Zarah Leander

Zarah Leander wurde 1907 in Stockholm als einziges Mädchen unter fünf Brüdern geboren. Die Tochter eines Grundstücksmaklers zeigte bereits früh ihr musikalisches Talent und erhielt Klavier- und Violinunterricht. Durch unter anderem den Einfluss ihres Kindermädchens und Klavierlehrers war sie schon in jungen Jahren mit der deutschen Sprache vertraut.

Nach dem Besuch einer „Peer Gynt“ Vorstellung fasste sie den Entschluss, Schauspielerin zu werden und bewarb sich 1926 an der Königlichen Schauspielschule in Stockholm. Es mag an ihrer ungewöhnlichen Stimme oder an dem Mangel an Gesangsunterricht gelegen haben, dass sie dort bei der Aufnahmeprüfung durchfiel. Zwar wurde ihr immer eine besondere Musikalität bescheinigt, doch hätte kaum jemand erwartet, dass die rothaarige Schwedin einst zur renommiertesten Sängerin und Schauspielerin des damals nationalsozialistischen Deutschlands werden würde.

Ihre Karriere begann jedoch zuvor in Schweden, wo ihr der Schauspieler und spätere Ehemann Nils Leander zu kleineren Rollen am Theater verhalf. Erst durch ein Vorsingen bei dem berühmten schwedischen Revueleiter Ernst Rolf und mit einer Partie in der Operette „Die lustige Witwe“ gelang ihr dort der Durchbruch. Bis 1936 nahm sie mit der Schallplattenfirma Odeon bis zu 80 Lieder auf – darunter die Evergreens „Das gibt’s nur einmal“ und „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“, mit denen schon Lilian Harvey und Marlene Dietrich Furore machten. Umgehend feierte sie mit dem Lustspiel „Axel an der Himmelstür“ auch in Wien ihr Debut.

1937 wurde die außergewöhnliche Kontra-Alt-Stimme nach Berlin berufen, wo die mit der Ufa zehn große Filme drehte (darunter „Zu neuen Ufern“, „Es war eine rauschende Ballnacht“ sowie „Die große Liebe“) und zur bestbezahlten Schauspielerin Deutschlands wurde. Die aus den Filmen stammenden Lieder wie „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh’n“ und „Der Wind hat mir ein Lied erzählt“ waren in aller Munde. Nachdem ihre Villa durch einen Bombenangriff zerstört wurde, kehrte Zarah Leander 1943 in ihre Heimat zurück. Nach dem Krieg feierte sie mit dem Musical „Madame Scandaleus“ ein Comeback in Deutschland.

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